Statistik
Multidisziplinäres Migränemanagement in Kanada
Ein Forscherteam um
Prof. Dr. Dr. W.P.Olszynski von der kanadischen University of Sasketchewan
belegt in einer Studie den Erfolg eines multidisziplinären Behandlungsprogrammes,
der auch drei Monate nach Studienende noch anhält.
Quelle:
Headache(2002) Vol.. 42, No. 9, p. 845
"Migräne von vielen Seiten
bekämpfen
Sport, Stressmanagement,
Entspannung, Massage und Ernährungslehre - all dies sind Komponenten, die
US-Forschern zufolge eine Migräne und ihre Auswirkungen lindern können. Das fand
ein kanadisches Forscherteam um Prof. Dr. Dr. W. P. Olszynski von der University
of Sasketchewan in Saskatoon heraus. Genauer gesagt untersuchten die Forscher,
wie effektiv ein multidisziplinäres Programm zum "Management" einer Migräne ist,
und zwar im Rahmen einer kostengünstigen, ambulanten Gruppentherapie.
Dabei teilten sie 80
Männer und Frauen nach dem Zufallsprinzip in eine von zwei Gruppen ein. Die
speziell behandelten Patienten wurden zu Beginn und Ende der Studie von einem
Neurologen sowie einem Physiotherapeuten beurteilt. Im Rahmen eines
sechswöchigen Programms nahmen sie an 18 angeleiteten Sporttherapie-Sitzungen
teil, zwei Vorträgen zu Stressmanagement und Entspannung, einem Vortrag zu
Ernährung und zwei Sitzungen mit Massage-Therapie. Die Kontrollgruppe wurde
einfach nur von ihrem Hausarzt behandelt.
Während sich zu Beginn der
Studie keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen zeigten, litten am Ende
der Studie die mit Sport, Massage etc. behandelten Patienten weniger unter ihrer
Migräne. Sowohl die Häufigkeit und Intensität als auch die Dauer ihrer Schmerzen
hatte abgenommen. Auch in den Punkten Lebensqualität, Gesundheit allgemein,
Depressionen und schmerzbedingte Einschränkungen fühlten sie sich besser. Diese
Verbesserungen waren auch drei Monate später noch messbar. In puncto Einnahme
von Medikamenten gab es hingegen keinen bedeutsamen Unterschied.
In Deutschland arbeitet
zum Beispiel die Schmerzklinik in Kiel (http://www.schmerzklinik.de) mit einem
ganzheitlichen Therapieansatz, der medikamentöse und nicht-medikamentöse
Strategien kombiniert. Auch hier wirken Spezialisten verschiedener medizinischer
und psychologischer Fachgruppen zusammen. (sf)"
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