Kritisches
Irritierend

„Möglicherweise
schützen Triptane Patienten mit Migräne vor Schlaganfällen.“
So leitet die Ärztezeitung
im Juli 04 einen Artikel ein, in dem die Ergebnisse einer Studie aus 372
britischen Hausarztpraxen (von G.C. Hall und Kollegen, London) vorgestellt
werden.
Dabei geht es um die
Häufigkeit mit der Schlaganfälle bei unterschiedlichen Patientengruppen
vorkommen:
1. Eine Vergleichsgruppe
ohne Migräne
2. Eine Gruppe mit
Migräne und Triptanmedikation
3. Eine Gruppe mit
Migräne ohne Triptanmedikation
Das zusammengefasste
Ergebnis lautet:
Ähnliche Ergebnisse werden
aus New York in einer Studie von P. Velentgas et al. gemeldet.
Allerdings sollte
folgendes bedacht und auch erwähnt werden:
Wenn die britischen
bzw. amerikanischen Studienärzte die Kontraindikationen für Triptane beachtet
haben (Hypertonie, Durchblutungsstörungen, koronare Herzkrankheit, Schlaganfall,
hohes Lebensalter etc.) so befinden sich in der Triptangruppe nur die ansonsten
relativ gesunden Patienten, die von sich aus schon ein geringeres
Schlaganfallrisiko aufweisen.
Eine relative
Negativauswahl ( also die Hochrisikopatienten) bekommt ohnehin keine Triptane
und befindet sich somit in der Vergleichsgruppe, die in der Statistik – eben
darum?! - am schlechtesten abschneidet.
Wenn hierzulande diese (z.T.
im Firmenauftrag erhobenen) Studien mit Titeln wie
„schützen Triptane
vor Schlaganfall?“
versehen werden,
so wird dabei suggeriert: Wer Triptane einnimmt, hat nicht nur etwas Gutes gegen
Migräne, er schützt sich auch noch vor einem Schlaganfall.
Da Triptane aber
gefäßverengend wirken, sind sie jedoch ganz klar ausgedrückt eher ein Risiko
für, als ein Schutz vor einem Schlaganfall. Deswegen ja auch die obengenannten
Kontraindikationen.
Schützend wirken
allenfalls die gründliche ärztliche Risikoanamnese vor der Erstbehandlung und
die Begleitkontrollen.
Die Publikationsweise der
Studienergebnisse irritiert jedenfalls erheblich und wiegt Patienten wie
Verordner in trügerischer Sicherheit.
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