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Kleiner Unterschied ganz groß

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Seit der Patentschutz für Sumatriptan (Imigran) abgelaufen ist, stürmen relativ preisgünstige Generika verschiedener Firmen den Markt.

Anderen, teureren Triptanen anderer Art drohen unter dem Preisdruck der kassenärztlichen Vereinigungen die Kunden auszugehen.

Die Firma MSD (Maxalt) versucht nun mit einer neuen Strategie ihr Geschäftsfeld zu halten oder zu erweitern, indem sie von berufener Seite die besonderen Vorteile von Rizatriptan (Maxalt) gegenüber Sumatriptan hervorheben lässt.

Was passiert beim Migräneanfall?
So lautet der Titel eines Onlinevortrages, den Priv.-Doz. Dr. med. Volker Limmroth, seit Januar 2006 Leiter der Neurologischen Klinik im Krankenhaus Merheim und ehemals leitender Oberarzt an der Universitätsklinik in Essen, bei Univadis hält.

Univadis ist die von MSD unterstütze Internetplattform für weiterbildungswillige Ärzte. Dort war am 18.10.2006 Interessantes zur Pathophysiologie und über genetische Zusammenhänge verschiedener Migräneformen zu erfahren.

Migräne ist eine „heterogene Ionen-Kanalerkrankung, also nichts „Psychosomatisches“ so lautete das Fazit des ersten Vortragsteils von Dr. Limmroth.
Danach wurde wieder die legendäre Metaanalyse von Ferrari et al. aus dem Jahre 2001 bemüht, in der Vergleichsbeobachtungen zu den verschiedenen Triptanen gesammelt wurden:

Bei der Gegenüberstellung verschiedener Bewertungskriterien mit absoluten Zahlen, erscheinen die Unterschiede zwischen den einzelnen Triptanen häufig recht unscheinbar.

Ganz anders, wenn man, wie jetzt vorexerziert, als Bewertungskriterium den relativen Unterschied zu Sumatriptan anführt. Hierbei entspricht der Sumatriptanwert dann der Ausgangs- oder Nulllinie:

Von einer Schmerzlinderung zwei Stunden nach Tabletteneinnahme berichteten ca. 59% der Nutzer von Sumatriptan 100 mg und knapp 67% der Maxaltanwender (+ 8%). In dem zusammenfassenden Säulendiagramm am Ende des Präparatevergleichs wird daraus eine relativ bessere Schmerzfreiheit unter Maxalt 10 mg von beträchtlichen 39%!

Anhaltend schmerzfrei innerhalb von 2 – 24 h nach Tabletteneinnahme waren 20% der Probanten unter Sumatriptan 100 und 26% unter Maxalt 10 (+6%). – Ergibt zusammenfassend eine relative Besserstellung mit Maxalt von stolzen 27%. Damit lässt sich schon eher ein Türmchen zeichnen.

Durch den Wechsel von absoluten Wirkzahlen zu relativen Vergleichszahlen wird im Dia ein graphisch herausgearbeiteter Präparateunterschied suggeriert, der mehr als überzeugend scheint und deutlichere Therapievorteile verheißt als eigentlich in der Praxis erwartet werden kann.

Um den Vergleich zwischen Maxalt und Sumatriptan abzurunden, wird dann als Zugabe noch die Tablettenanzahl genannt, die im Durchschnitt pro Attacke in 24 Stunden zur Behandlung benötigt wurden:
1,24 Tabletten von Maxalt stehen durchschnittliche 1,75 Tabletten Sumatriptan gegenüber.
Welchen Kleingeist stört es schon, dass hier 10 mg Maxalt mit der Minimaldosis von 50 mg Sumatriptan und nicht mit 100 mg Sumatriptan verglichen wurden?

Ach ja, hier sind noch mal die aktuellen Medikamentenpreise: 12 Tabletten Maxalt kosten zur Zeit knapp 96 Euro und 12 Tabletten Sumatriptan 100 kosten rund 66 Euro.
Relativ ist das viel günstiger – absolut auch.


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