Therapiekonzept
Migräne
Diäten
von Andreas Pfaff
Im Forum
werden immer wieder verschiedene Diäten diskutiert. Zum Einen wird vor zuvielen
Kohlenhydraten abgeraten und diverse Kapazitäten werden zitiert, die eher Fette
oder Eiweiße als Hauptnahrungsmittel empfehlen. Auf der anderen Seite warnt z.B.
Lothar Wendt in seinem hochinteressanten Buch über Eiweißspeicherkrankheiten ("Proteothesaurismosen")
gerade vor einem Zuviel an tierischen Eiweißen. Blieben dann noch die Fette,
aber die haben unter den Angiologen und Kardiologen keine Freunde und es droht
erhöhtes Infarktrisiko. Sich nur von Mineralien und Spurenelementen zu ernähren,
führt aber auch nur in die Kachexie.

Für fanatische Anhänger gerade extremer Diätformen gibt es kaum eine schönere
Nachricht, als die von einem chronisch kranken Fan einer anderen Diätform, der
zunächst bekehrt wird und dann gesundet. Oder die von einem Abtrünnigen, der
unter seiner neuen Diätform wieder jämmerlich zu leiden beginnt. - Nur, diese
Berichte gibt es von fast jeder Diät und in fast jede Richtung!Beratungsbedarf
haben außer Stoffwechselkranken und Patienten mit Erkrankungen des
Verdauungstraktes vor allem jene, die wegen schlechtem Kantinenessen oder
häufigem Fastfood unterwegs Schwierigkeiten haben, ihren nötigen Vitaminbedarf
zu decken. Migränekranke sollten neben dem Meiden von bekannten Auslösern vor
allem der eigenen Intuition bei der Momentanverträglichkeit von avisierten
Speisen mehr Gewicht und Beachtung schenken bzw. diese versuchen zu trainieren.
Die Plazeboerfolgsrate für Medikamente liegt bei 15 bis 30 Prozent, je nachdem
mit welcher Überzeugungskraft die Applikation erfolgt. Ähnlich hoch dürfte die
Rate auch bei Diäten liegen. Wer durch seine Diät Schmerzlinderung erfahren
durfte, ob aufgrund der Nahrungszusammensetzung oder wegen des meditativen,
streßfreien Zubereitungsrituales, sollte in jedem Fall dabei bleiben. "Neudiätler"
aber tun gut daran, darauf zu achten, daß sie nicht ein Stück Streß mehr und ein
Stück Lebensqualität weniger erhalten!
"Diät" heißt ja zunächst einmal nur "geregelte Lebensweise" und dagegen ist
sicher nichts einzuwenden.
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