Aktuelles
Kopfschmerzprävention im Fitnessclub
Migräne- und Kopfschmerzprävention im Fitnessclub
Von Dr. Andreas Pfaff
Auszug aus dem Buch „Trainiere erfolgreich“ von Andreas Bredenkamp und
Michael Hamm,
Fitness Contur Verlag 2007
Viele Zivilisationskrankheiten lassen sich in Fitnessstudios mit
angegliederter Ernährungsberatung präventiv günstig beeinflussen.
Daneben lohnt es sich jedoch, auch einen Blick auf
eine weitere, sich immer stärker ausbreitende Krankheitsgruppe zu
werfen, von der heute alleine in Deutschland über 15 Millionen Mitbürger
betroffen sind:
Chronische Kopfschmerzen, wie zum Beispiel Migräne und
Spannungskopfschmerz.
Auch hier scheinen Stressvermehrung, Ernährungsfehler
und Bewegungsmangel für eine Zunahme der Erkrankungshäufigkeit mit
verantwortlich zu sein.
Als ersten Schritt zur Prävention und Behandlung gilt
es hier, eine Analyse der individuell relevanten Kopfschmerz auslösenden
und Kopfschmerz begünstigenden Faktoren durchzuführen. Wichtig ist,
Dauerbelastungsfaktoren dabei genauso zu berücksichtigen, wie mögliche
akute Auslöser.
Eine unglaubliche Vielzahl von Punkten kann eine Rolle spielen:
Stress in den verschiedensten Formen und Lebenslagen,
Haltungsschwäche, Wirbelsäulenleiden, muskuläre Dysbalance,
Durchblutungsstörungen, Verletzungsfolgen, Alkohol, Nikotin,
Ernährungsfehler, Ruhephasen nach Feierabend oder am Wochenende,
chronische Entzündungen des Hals-Nasen-Ohrenbereiches, Duft-, Lärm-,
Licht- oder Geschmacksempfindlichkeiten, Gebissfehlstellungen,
Sehstörungen, vegetative Störungen, hormonelle Dysbalance, hoher
Blutdruck, Ernährungsfehler, Nahrungsmittelunverträglichkeiten,
Erbanlagen, Infekte, Wetter- und Klimaempfindlichkeiten, bestimmte
Medikamente etc.
Zusammensetzung und Gewichtung der für den einzelnen Patienten wichtigen
Faktoren sind jeweils verschieden. Unterstützt durch ein
Kopfschmerztagebuch kann ein Tortendiagramm als Übersicht für die
ermittelten Punkte hilfreich sein und der Veranschaulichung dienen.
Selten ist nur eine einzelne Ursache für den Schmerz verantwortlich,
denn meist löst die Summierung der verschiedenen Faktoren bei
Überschreiten der Kopfschmerzschwelle die Migräne oder den Kopfschmerz
aus.

Diese Punkte sollten dann wo immer möglich mit
geeigneter Methodik angegangen werden, wofür in der Regel ein multimodal
angelegtes Behandlungskonzept erforderlich ist.
Wie das Bad Endbacher Kompaktkurteam immer wieder
feststellt, können sowohl Elemente der Physikalischen Therapie, der
Psychologischen Therapie als auch der Medikamentösen Therapie von großer
Bedeutung sein.
Wichtige positive Begleitpunkte für die Prophylaxe
bilden die Vermittlung umfangreicher Informationen um physiologische
Zusammenhänge, das Erlernen von Entspannungstechniken, ein regelmäßiges
Bewegungsprogramm und womöglich die Unterstützung durch eine
Selbsthilfegruppe.
Hier schließt sich wieder der Bogen zu einer
qualifizierten Betreuung im Fitnessstudio, welches idealer weise mit
Ärzten, Physiotherapeuten und Ernährungsberatern kooperiert.
Kopfschmerzpatienten können hier viele weitere
Vorteile erreichen: Eine Förderung des Körpergefühls,
Leistungssteigerung verschiedener Körperfunktionen, Stärkung des
Selbstbewusstseins, Spaß, Stressabbau, Ablenkung vom Schmerz und eine
Förderung von Sozialkontakten in der Gemeinschaft. Gerade eine fast
tägliche Zugangsmöglichkeit zu den Trainingsstätten im Fitnessstudio
befreit vom Termindruck, dem zum Beispiel viele Migränepatienten nicht
gewachsen sind und der ihnen allzu oft Lebensfreude raubt.
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