Aktuelles
10 Jahre Bad Endbacher Migräne- und
Kopfschmerzkompaktkur
Migräne, Spannungskopfschmerz, Kopfschmerz durch
Medikamentenübergebrauch, so lauten die häufigsten Diagnosen von
Kopfschmerzerkrankungen, an denen alleine in Deutschland über 15
Millionen Menschen leiden. Gleichzeitig wird aber auch bei mehr als 90%
aller Kopfschmerzpatienten ein “primärer Kopfschmerz” festgestellt, was
in der Wissenschaft soviel bedeutet wie “von sich aus entstanden” bzw.
“Ursache unbekannt.”
Bekannt sind jedoch allgemein eine Vielzahl unterschiedlicher Faktoren,
die eine Entstehung von Kopfschmerz oder Migräne fördern bzw. eine
Attacke auslösen können. Die Zusammensetzung und Gewichtung dieser
Faktoren ist bei jedem Patienten unterschiedlich.
Dementsprechend erfordert ein Erfolg versprechender Therapieansatz auch
eine multimodal ausgerichtete Vorgehensweise mit individueller
Schwerpunktsetzung, wie es inzwischen von den meisten
Kopfschmerzspezialisten empfohlen wird.
Nun, Therapiekonzepte empfehlen und entwickeln Viele - wir praktizieren
es auch und zwar seit 1997. Gerade haben wir unsere 21. Kurgruppe
verabschiedet.
Was sind die Besonderheiten einer Kompaktkur?
Es sind ambulante Badekuren, die von allen Krankenkassen anerkannt sind.
Die Behandlung ist sehr intensiv mit bis zu 5 Terminen am Tag. Mehr geht
auch in einer Klinik nicht.
Kompaktkuren dauern 3 Wochen und es können maximal 10 – 15 Teilnehmer in
einer Gruppe behandelt werden.
Wir nutzen in der Kur Elemente der physikalischen Therapie, der
psychologischen Therapie, der medikamentösen Therapie und haben viele
für Kopfschmerzpatienten wichtige Informationengesammelt, die wir im
Gruppenrahmen und in Einzelgesprächen zusammen diskutieren. Vor allem
sind hier Tipps zur Ernährung und zur Stressbewältigung gefragt.
Natürlich darf auch die Erholung nicht zu kurz kommen und da ist Bad
Endbach mit seinen herrlichen Wanderwegen ein idealer Kontrast zu
stressigen Großstädten.
Das Wander- oder Walking-Angebot wird von unseren Kompaktkurgästen sehr
rege genutzt und gehört wie ein Fitnesstraining auch, wesentlich zum
Präventionsgedanken dazu.
Überhaupt liegt der Kurschwerpunkt in der Vorbeugung, Aufklärung und
Anleitung zur Selbsthilfe. Die Teilnehmer sollen für sich aus den hier
gesammelten Informationen und Erfahrungen eine machbare Strategie
entwickeln können, die ihnen dabei hilft, im heimischen Umfeld besser
mit Ihren Kopfschmerzen umgehen zu können und wieder mehr Lebensqualität
zu erlangen.
Da wir ja eine ambulante Kur ausrichten, sind unsere Gäste an den
Abenden und am Wochenende sozusagen „ohne medizinische Aufsicht“.
Und hier möchte ich gerne die Gelegenheit nutzen um meinen
ausdrücklichen Dank auszusprechen, an die stets hilfreichen und
fürsorglichen Gastgeber unserer Kurgäste in den Pensionen und
Ferienwohnungen. Ohne Sie wäre es nicht möglich, ein erfolgreiches
therapeutisches Umfeld aufzubauen. Viele brenzlige Situationen, die
außerhalb der Behandlungen und eigentlichen Therapiegespräche anfallen,
lassen sich nämlich nur in der Geborgenheit einer gemütlichen Unterkunft
auffangen.
Dieser wichtige Betreuungseffekt taucht in kaum einer wissenschaftlichen
Auswertung auf, bei uns jedoch, stehen die Vermieter mit einer
hervorragenden Note von 1,3 in der Gästebewertung. Dies auch mal zur
Rückmeldung und zum weiteren Ansporn an Ihre Häuser.
Damit wären wir auch schon bei der Bewertung unserer einzelnen
Kurelemente durch die Patienten:
Um es kurz zu machen: Nach Schulnoten liegt der Schnitt durchweg
zwischen 1,2 und 2,1 . Über 90 Prozent der Kurgäste empfanden übrigens
die Behandlungsdichte und Intensität für sich als genau richtig.
Hervorgehoben werden muss dabei das stets hoch gelobte Engagement und
Einfühlungsvermögen unserer Physiotherapeuten, die in der Bewertung
immer vorne dabei sind. Dies zu erwähnen ist mir besonders wichtig, da
die Physikalische Therapie (außerhalb Bad Endbachs) in der
Migränebehandlung noch um ihren Stellenwert kämpft.
Eine genauere statistische Auflistung findet sich auf der
Migränekur-homepage. Dort sind auch alle anderen Informationen zum
Kurkonzept ausführlich dargestellt, genauso wie die Kompaktkurtermine
für 2007.

Zum Kompaktkurjubiläum traf sich das erweiterte Therapeutenteam im Cafe
"Dennoch" der hessischen Berglandklinik (hinten, von links) Claudia
Koller, Dr. Andreas Pfaff, Ina Ortmann, Thea Plaum, Jutta Rink, Ute
Müller, (vorne, von links) Andrea Schepp, Sieghilde Förster-Plaum, Ute
Langer und Manfred Kuhrt
Foto: Klaus Peter, Oberhessische Presse
Zur Vorankündigung und als besonderes Schmankerl: Für die Kuren des
nächsten Jahres konnte ich wieder 3 sehr interessante Gastreferenten
gewinnen, die zum Kurende mit einem Vortrag zum Erfahrungsaustausch zur
Verfügung stehen.
Es sind dies:
1. Herr Eckhard Freuwört, er ist Buchautor und berichtet über Migräne
und Synästhesie.
2. Dr. Dietmar Krause vom „ Deutschen grünen Kreuz“ in Marburg, wo er
als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forum Schmerz (Schwerpunkt
Prävention) tätig ist und
3. Herr Peter Mersch, ebenfalls Buchautor. Er betreibt die wohl
umfangreichste Homepage zum Thema Migräne und ist Ernährungsexperte
Das Migräne- Präventionsseminar
Während der letzten Jahre berichteten immer mehr Kopfschmerzpatienten,
dass sie zwar Interesse an der Kompaktkur hätten, diese aber bei den
Krankenkassen nicht bekannt sei und Kuren ja eh kaum noch genehmigt
würden. Außerdem bereitet es den meisten Betroffenen, die im Beruf oder
der Familie stark eingebunden sind, erhebliche Schwierigkeiten, sich 3
Wochen hintereinander frei stellen zu lassen oder einen Großteil des
Jahresurlaubes für die Gesundheit zu opfern.
Die Mitarbeiterinnen der Kurverwaltung können dies sicherlich
bestätigen: Die Anzahl der Anfragen ist erheblich größer, als die der
letztendlich anreisenden Teilnehmer. Von diesen nahmen jedoch etliche
schon zum wiederholten Mal an der Kur teil.
Wegen der zuvor geschilderten Freistellungsproblematik bieten wir jetzt
das Migräne-Präventionsseminar an, welches eine Woche dauert und die
Kernelemente der Kompaktkur zusammenfasst.
Gedacht ist die Präventionswoche besonders für Migräne- und
Kopfschmerzpatienten, die für sich ein neues Behandlungskonzept
entwickeln wollen und dabei in kurzer Zeit kompetente Ratgeber aus den
verschiedenen Behandlungsdisziplinen erreichen möchten. Dieses Seminar
gehört leider nicht zu den Leistungen der Krankenkassen.
Neu im Therapeutenteam begrüße ich Herrn Manfred Kuhrt aus Mornshausen,
den viele von Ihnen vielleicht von seinen Qigong – Kursen, unter anderem
bei der Volkshochschule, kennen.
Er lehrt seit vielen Jahren höchst engagiert im Hinterland Qigong und
wird den Seminarteilnehmern seine Methode vorstellen, mit der man das
Körpergefühl verbessern und den Energiehaushalt stärken kann. Herr Kuhrt,
seien Sie herzlich willkommen, wir freuen uns auf Ihre Mitarbeit!
Liebe Zuhörer, ich wünsche unseren Kur- und Seminargästen eine gute Zeit
in Bad Endbach und dem Behandlerteam, dass es weiterhin mit soviel Elan
und Engagement bei der Sache ist wie bisher.
Vielen Dank Andreas Pfaff, Bad Endbach, den 19.10.2006
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